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SS-Aufseher Jakiv Palij (95) gestorben

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Als SS-Wachmann arbeitete er u.a. in einem Zwangsarbeitslager, nach dem Zweiten Weltkrieg wanderte er unter falschen Angaben in die USA aus. Erst im August 2018 wurde er nach Deutschland abgeschoben – jetzt ist Jakiv Palij tot. Der staatenlose Nazi-Scherge ist im Alter von 95 Jahren gestorben, wie die „FAZ“ berichtet. Am Mittwoch starb er in einem Altenheim in Ahlen.

Palij war als sogenannter „Hilfswilliger“ der SS im Lager Trawniki eingesetzt. Gegenüber den US-Behörden machte er Ende der 1940er-Jahre falsche Angaben zu seiner Vergangenheit.

Nach BILD-Informationen erschlich er sich in der Nachkriegszeit Unterstützung, die ihm nicht zustand. Der SS-Helfer gab sich offenbar als Nazi-Opfer aus, ließ sich als sogenannte Displaced Person (DP) registrieren und wohnte in Alliierten-Camps mit Opfern des NS-Terrors.

  • Abgeschobener SS-Mann

    Die Akte Jakiv Palij

    Schon 2015 ermittelten deutsche Behörden gegen Palij. Welche Beweise lagen ihnen vor? BILD hat Teile der Akte erhalten.

Palij galt bis zu seiner Abschiebung als der letzte in den USA lebende SS-Scherge. Als seine SS-Mitgliedschaft ans Licht kam, wurde ihm die US-Staatsbürgerschaft entzogen, seine Abschiebung 2004 gerichtlich angeordnet. Erst nach 14 Jahren diplomatischen Tauziehens stimmte die Bundesregierung einer Ausreise nach Deutschland zu.

Die jahrelange Begründung der Bundesregierung, den SS-Schergen nicht aufzunehmen: Palij war nie deutscher Staatsbürger. Einen Haftbefehl wegen Mordes oder Beihilfe zum Mord gebe es ebenfalls nicht. Alle anderen Straftaten seien inzwischen verjährt. In seiner Abwesenheit eröffnete die Staatsanwaltschaft Würzburg ein Verfahren gegen ihn, das 2016 wieder eingestellt wurde.

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