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Iranische Truppen wolltenBriten-Tanken kapern

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Marineschiff „HMS Montrose“ griff ein – und stoppte die Angreifer

Iranische Kräfte haben US-Medienberichten zufolge versucht, im Persischen Golf einen britischen Tanker zu kapern.

Die US-Fernsehsender CNN und Fox News berichteten am Mittwochabend (Ortszeit) übereinstimmend unter Berufung auf nicht näher genannte Quellen aus der US-Administration, fünf bewaffnete Boote der iranischen Revolutionsgarden hätten sich dem Tanker am Mittwoch nahe der Straße von Hormus genähert.

Die britische Regierung bestätigte den Vorfall am Donnerstagmorgen: Drei iranische Marineboote haben demnach versucht, ein den britischen Öltanker „British Heritage“ zu stoppen!

In der Erklärung des britischen Verteidigungsministeriums hieß es dazu: „Die ‘HMS Montrose‘ war gezwungen, sich zwischen die iranischen Boote und die „British Heritage“ zu positionieren und verbale Warnungen an die Boote abzugeben.“ Die iranischen Schiffe hätten daraufhin abgedreht. „Wir sind über diese Aktion beunruhigt und fordern die iranischen Behörden weiterhin dringend auf, die Situation in der Region zu deeskalieren“, so die Erklärung.

Wie CNN berichtet gebe es US-Luftaufnahmen des Zwischenfalls.

▶︎ Ein Sprecher des US Central Command, das die US-Truppen im Nahen Osten führt, erklärte auf Anfrage, man kenne die Berichte über den Versuch der iranischen Revolutionsgarden, den Tanker zu drangsalieren.

Der Sprecher verwies für weitere Informationen zu dem Vorfall an das britische Verteidigungsministerium. Er betonte, Bedrohungen für die internationale Schifffahrt bedürften auch einer internationalen Lösung. Die Weltwirtschaft sei abhängig von freien Handelswegen, und es sei an allen Nationen, diese zu schützen.

Der iranische Außenminister bestritt den Vorfall: Er sprach von „wertlosen Unterstellungen“, die Spannungen provozieren sollten. Auch die iranischen Revolutionsgarden behaupteten, die versuchte Attacke habe es nicht gegeben.

  • Gefährliche Zuspitzung

    Mullahs drohen mit Kaperung von Briten-Tanker

    Nach der Festsetzung eines iranischen Tankers vor Gibraltar droht der Iran nun, seinerseits einen britischen Tanker zu kapern.

Das US-Verteidigungsministerium hatte zuvor angekündigt, Pläne für eine internationale Koalition zum Schutz von Handelsschiffen vorantreiben zu wollen.

Die betroffene Meerenge, die Straße von Hormus, ist eine der wichtigsten Seestraßen überhaupt. Sie verbindet die ölreiche Golfregion mit dem offenen Meer. Über die Strecke läuft ein großer Teil des weltweiten Öltransports per Schiff.

Im Juni hatte es dort mysteriöse Attacken auf zwei Tanker gegeben. Die US-Regierung machte dafür den Iran verantwortlich, die Führung in Teheran bestritt die Vorwürfe. Und: Erst gestern hatte Iran-Präsident Hassan Rouhani den Briten mit einer Attacke gedroht!

Hintergrund: Britische Marinesoldaten hatten vergangene Woche vor Gibraltar den iranischen Supertanker „Grace 1“ gestoppt. Das Schiff transportierte zwei Millionen Barrel Rohöl, offenbar gedacht für Syrien-Diktator Baschar al-Assad und seine Kriegsmaschinerie. Solche Exporte sind seit Jahren verboten. Iran als massiver Unterstützer des Assad-Regimes hält sich allerdings nicht an diese internationalen Sanktionen.

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