Politik

Das Geld der Deutschenist verloren

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Eine neu gewählte Regierung für Griechenland, ein neuer Ministerpräsident. Ein neues Zeitalter für Griechenland? Wohl kaum. Nach all den Jahren in der tiefen Krise bin ich ohne Hoffnung.

Ich lebe seit 45 Jahren in diesem Land und habe all die politischen „Veränderungen“ erlebt, die falschen Versprechungen. Ich glaube nicht mehr an Wunder. Egal, was Kyriakos Mitsotakis (51) jetzt auch sagt.

  • Griechen-Premier Mitsotakis

    Wer soll SEINE Wahl-Versprechen alle bezahlen?

    Den Griechen hatte Kyriakos Mitsotakis vollmundig Steuersenkungen, Arbeitsplätze und höhere Renten versprochen. Doch wer bezahlt das?

  • Ex-Finanzminister im Parlament

    Varoufakis meldet sich zurück

    Länger war es ruhig um Ex-Finanzminister Yanis Varoufakis. Jetzt ist er mit seiner neuen Partei ins griechische Parlament eingezogen.

Und ich bin nicht die Einzige, die so denkt: Griechenland verlor viele seiner besten und klügsten Köpfe. Seit 2010 haben 500 000 Menschen das Land verlassen. Mehr als 90 % der Auswanderer waren Hochschulabsolventen, 64 % hatten einen Postgraduiertenabschluss. Und die meisten der gebildeten Jugendlichen, die sich entschieden haben zu bleiben, gehören zu denen, die deutsche Touristen auf Inseln wie Kos und Mykonos in den Restaurants bedienen – für 600 bis 800 Euro Monatsgehalt.

Wenn die Deutschen den jungen Griechen helfen wollen: Gebt diesen Sommer gutes Trinkgeld!
Auf diese Weise könnten sie auch Deutschland helfen, einen Teil der Milliarden, die Griechenland schuldet, zurückzubekommen. Denn die Kellner müssen so wie alle Griechen extreme Steuern zahlen und so zur Schuldentilgung beitragen, die im ersten Quartal 2019 357 Milliarden Euro betrug.

Mitsotakis versprach, Griechenland zu reformieren und mit den Kreditgebern neu zu verhandeln. Das hören wir nach jeder Wahl.


Es ist eine absurde Summe, die wir den Kreditgebern schulden – das wird sich nie ändern. Und die Deutschen müssen sich daran gewöhnen, dass das Geld, das sie für die „Rettung“ Griechenlands gegeben haben, verloren ist. Egal, wer uns regiert. Und Griechenland? „Gerettet“ sieht anders aus.

*Liana ­Spyropoulou ­berichtet seit 2015 als Korrespondentin für BILD aus Athen. ­Zuvor ­arbeitete sie als ­Journalistin für ­verschiedene ­griechische ­Medien.

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