Politik

Merkel feiert mit Macron auf den Champs-Élysées

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Feierlichkeiten zum französischen Nationalfeiertag

Die Franzosen sind ein stolzes Volk – und feiern ihren Nationalfeiertag mit Pauken und Trompeten!

Traditionell erinnern die Franzosen am 14. Juli an den Sturm auf die Bastille im Jahr 1789 und den Beginn der Französischen Revolution mit einer großen Militärparade auf den Pariser Champs-Élysées. In diesem Jahr stand die große Parade aber vor allem im Zeichen Europas.

Neben Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron dazu auch weitere europäische Staats- und Regierungschefs eingeladen, darunter:

▶︎der niederländische Regierungschef Mark Rutte,
▶︎der belgische Premierminister Charles Michel,
▶︎ Estlands Staatspräsidentin Kersti Kaljulaid,
▶︎der portugiesische Staatspräsident Marcelo Rebelo de Sousa
▶︎ und EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker

Bundeskanzlerin Angela Merkel lobte die Einladung Macrons am Sonntag und würdigte sie als wichtiges Signal. Sie sehe das „als eine große Geste in Richtung der europäischen Verteidigungspolitik“, sagte sie nach der Parade in der französischen Hauptstadt. Sie sei auch geehrt, dass Deutsche an der Parade teilgenommen hätten.

Flyboard als Highlight der Parade

Die Kanzlerin traf kurz vor Beginn der Parade um 10 Uhr ein und wurde an der Place de la Concorde von Premierminister Édouard Philippe begrüßt. Im Anschluss ging es für sie weiter auf die Ehrentribüne, wo auch die anderen Staatsgäste Platz nahmen.

Trotz der vielen Ehrengäste waren die Augen vieler Journalisten zu Beginn der Parade aber vor allem auf Merkel gerichtet: In den vergangenen Wochen hatte sie bei öffentlichen Veranstaltungen drei Mal heftige Zitterattacken.

Der Auftakt der Parade verlief jedoch ohne besondere Vorkommnisse: Nach der Begrüßung durch Première Dame Brigitte Macron, stand Merkel abwartend neben ihren Sitznachbarn Rutte und Rebelo de Sousa auf der Tribüne – bis Gastgeber Emmanuel Macron sie schließlich begrüßte. Der französische Präsident und seine Gäste ließen sich daraufhin auf ihren Plätzen nieder.

Von da an ruhten alle Augen auf den rund 4300 Soldatinnen und Soldaten, die an der Parade teilnahmen. Stolz präsentierte das französische Militär sein ganzes Aufgebot – und verband dabei Tradition mit Moderne: Nach der Reiterstaffel, die zu Kapellmusik über die Pariser Prachtstraße trabte, folgten Drohnen, ferngesteuerte Fahrzeuge – darunter auch ein deutsch-französischer Armeeroboter – und die neuste militärische Technik begleitet von elektronischer Musik.

Für besonders viel Aufmerksamkeit sorgte aber der französische Jetski-Rennfahrer Franky Zapata, der mit einem Gewehr in der linken Hand auf einer Mini-Plattform durch die Luft flog. Mit schwarzer Uniform und einem Helm bekleidet drehte er gut eine Minute lang in mehreren Dutzend Metern Höhe eine Runde über den Champs-Élysées.

Das Fluggerät unter seinen Füßen, ein sogenanntes Flyboard Air, wurde von seiner in Marseille ansässigen Firma entwickelt. Ursprünglich war das Flyboard für den Wassersport gedacht, seit längerem hat aber auch das Militär Interesse an dem Düsen-betriebenen Gerät. Bei der Militärparade feierte das Flyboard jetzt sein Debüt.

Mit Flugzeugen über der Stadt und den einzelnen Corps und der Infanterie wurde es danach wieder traditionell. Schließlich flogen Helikopter und Hubschrauber über die Champs Élysées, kurz danach rollten Panzer die Prachtstraße entlang.

Nach den Feierlichkeiten begleitete Merkel Präsident Macron abseits der Tribüne zu einer Gruppe von Veteranen, die zuvor an der Parade teilgenommen hatten. Einem deutschen Veteran schüttelte Merkel kurz die Hand und wechselte ein paar Worte.

Feierlichkeiten stehen für Macron im Zeichen Europas

Für Frankreichs Präsident Emmanuel Macron stehen die Feierlichkeiten in diesem Jahr aber im Zeichen der sogenannten Interventionsinitiative der europäischen Verteidigung – und damit eines gemeinsames Europas.

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Noch am Samstag hatte Macron erklärt, der Aufbau einer gemeinsamen europäischen Verteidigung in Verbindung mit der Nato habe für Frankreich Priorität und sei der rote Faden der Feierlichkeiten an diesem 14. Juli.

Frankreich, Deutschland und zehn weitere EU-Staaten hatten sich im vergangenen Jahr nach Macrons Vorschlag auf eine europäischen Militärallianz verständigt. Sie soll über eine deutlich engere Zusammenarbeit zwischen den Generalstäben zu einer schnelleren militärischen Reaktion in Krisenlagen führen.

Macron will mit dem Bündnis auch sicherstellen, dass die Atommacht Großbritannien nach dem geplanten EU-Austritt Teil einer europäischen Verteidigungsgemeinschaft bleibt.

Deutsch-Französische Brigade nimmt an Parade teil

Auch 500 Soldaten der Deutsch-Französischen Brigade marschieren in diesem Jahr bei der Parade in der französischen Hauptstadt mit. An der Flugschau nahmen außerdem einige Bundeswehr-Hubschrauber teil.

Es sei eine große Ehre für die Brigade, wieder dabei zu sein, sagte Bertrand Boyard, Kommandeur der Brigade, der Deutschen Presse-Agentur. „Das passiert in diesem Ausmaß nicht jeden Tag. Das ist sehr selten, dass eine Brigade mit allen Truppenteilen teilnehmen darf.“

Die deutsch-französische Brigade wurde im Oktober 1989 gegründet. Sie besteht aus rund 5000 Soldaten und hat Standorte in beiden Ländern. Angehörige der Brigade werden auch ins Ausland geschickt. Im Zeitraum 2018 und 2019 waren rund 1500 von ihnen im westafrikanischen Krisenstaat Mali stationiert.

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Quelle: Reuters
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Es wäre wünschenswert, dass die Soldaten zukünftig auch gemeinsam in Ausland im Einsatz sind, sagte Brigadegeneral Boyard. Das sei in der Vergangenheit etwa in Bosnien oder Afghanistan der Fall gewesen.

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