Politik

Liebe Jugend …

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Ein Kommentar aus dem Politik-Magazin BILD POLITIK

Zugegeben: Wer sich den Forderungen einer Jugendbewegung entgegenstellt, der sieht von vorneherein schon irgendwie alt aus. Erst recht, wenn er, wie ich, tatsächlich Mitte 50 ist.

Aber da es sich beim Streit um den Klimaschutz (auch) um einen Generationenkonflikt handelt, sollte die ältere Generation wohl zu Wort kommen. Also los.

Stimmt es, dass Eltern, die nicht radikal auf Klimaschutz gepolt sind, ihre Kinder nicht lieben? Weil ihre Konsumlust der Jugend einen unbewohnbaren Planeten hinterlässt?

Nein, das ist falsch.

  • Aktion des WWF am Samstag

    „Earth Hour“ – eine Stunde Dunkelheit für den Klimaschutz

    300 Städte in Deutschland haben angekündigt, am Samstag zwischen 20.30 Uhr und 21.30 Uhr ihren Wahrzeichen das Licht auszuknipsen.

Rund um den Globus, quer durch alle Religionen und Schichten gilt weiterhin der Ur-Wunsch aller Eltern: Den Kindern soll es einmal besser gehen. In Afrika, Südamerika oder Asien macht sich das für Milliarden Menschen an elementaren materiellen Fragen fest: genug zu Essen, sauberes Trinkwasser, Arbeit, eine Schule und ein Dach über dem Kopf.

All das braucht Energie, oft noch aus Holz, Kohle oder Öl, die ja nicht aus Spaß verbrannt werden. Wer ad hoc solche Energieträger global verbannen will, zementiert die Armut auch der Jugend. In weiten Teilen der EU und Nordamerikas mag solche Armut kein großes Thema mehr sein und darum weniger bedrohlich wirken als der Klimawandel. Aber der Widerspruch zum Rest der Welt bleibt. Und die Pflicht, mit ihm umzugehen, anstatt ihn zu ignorieren.

Waren die Älteren nicht auch einmal jung?

Ja, waren sie, und das hat eine seltsame Pointe: In grauer Vorzeit war es eine ebenfalls stark von der Jugend geprägte Bewegung, die in Deutschland die Atomkraft (politisch) unmöglich gemacht hat. Und Fakt ist: Die meisten Länder, die weiter auf Atom setzen, haben mit dem Ausstoß klimaschädlicher Gase weniger Probleme als Deutschland.

► Stimmt es, dass die reicheren Kontinente zu wenig für den Klimaschutz tun?

Was „zu wenig“ ist, hängt vom Maßstab des Einzelnen ab. Den vielen Demonstranten in Deutschland jedenfalls reicht nicht, was geschieht. Okay. Aber es gibt noch einen Maßstab: Was, wenn eine Mehrheit die Dringlichkeit von Klimaschutz gegen andere Bedürfnisse wie Verkehr, Konsum, Wohnen abwägt – und es anders sieht als die Demonstranten?

Antwort: Dann müssten sie damit leben, bis sie die Mehrheit in ihrem Sinne gedreht haben. So geht nämlich Demokratie, die in Deutschland das wichtigste Erbe der älteren an die jüngere Generation sein sollte.

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