Politik

Jeremias (17): Ich sammelte Flaschen, um mir Schuhe zu kaufen

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Bald will er in Harvard studieren!

Als reich gilt jeder, der mehr Geld hat als man selber. Sagt der Volksmund.

Das Thema bei „Maischberger“: „Die unfaire Republik: Reiche bevorzugt, Arme benachteiligt“

Wahrheit oder Vorurteil? Maischberger will Klarheit schaffen.

Die Gäste:

▶ Ralf Dümmel (51), Unternehmer, entscheidet in der Vox-Sendung „Höhle der Löwen“ über die Zukunft von Start up-Bewerbern, hat schon Millionen in deren Ideen investiert. Selbstbewusst: „Bei mir wird wenig bis gar nichts scheitern.“

▶ Anja Kohl (48), ARD-Börsenexpertin, weiß, dass mit dem Auf und Ab der Aktienkurse auch über das Schicksal von Menschen entschieden wird, für die der Börsenzauber ein Buch mit sieben Siegeln ist.

  • NEUE ZAHLEN

    Weniger Menschen brauchen Sozialhilfe

    Ende 2017 waren deutlich weniger Menschen in Deutschland auf Unterstützung vom Staat angewiesen als im Vorjahr.

▶ Sahra Wagenknecht (49), Fraktionsvorsitzende der Linken im Bundestag, will als Gründerin ihrer Bewegung „Aufstehen“ Deutschland durcheinander wirbeln.

▶ Rainer Hank (65), lange Jahre Wirtschaftschef der „Frankfurter Allgemeinen“, hat sich schon mal mit dem Spruch unbeliebt gemacht: „Die Geschichte des wirtschaftlichen Fortschritts ist auch eine Geschichte der Ungleichheit. Was soll daran ungerecht sein.“ Ein Schlag in die Magengrube der Gleichheitsapostel.

▶ Jeremias Thiel (17), weiss, dass Armut Kinder kaputt machen kann, flüchtete mit elf aus seiner Problemfamilie ins SOS-Kinderdorf, steht jetzt vor dem internationalen Abitur, will in Harvard studieren.

Der „Armut contra Reichtum“-Talk im Zoff-O-Meter“: Zoff-Stufe hoch, als es um die Abzocker geht, die 55 Milliarden an Steuern ergaunerten und den unfähigen Staat, der sie nicht stoppte.

Alle auf Krawall gebürstet – und mit Recht

Beim Cum-Ex-Skandal, der jetzt ans Licht kam, haben Gierpickel mit Hilfe der Banken den Staat nach Strich und Faden betrogen. „Die Bankenlobby hat das Gesetz geschrieben“, haut Wagenknecht Ex-Finanzminister Steinbrück (SPD) in die Pfanne. Der Mann aus „Höhle des Löwen“ trocken: „Mich hat noch keiner gefragt, ob ich an einem Gesetz mitwirken will, von dem ich Vorteile habe.“

Das Schlimmste, so Börsenfee Kohl hocherregt: „Es ist noch gar nicht raus, ob diese Steuerschlupflöcher illegal oder legal sind. Die Bundesregierung hat auch die anderen europäischen Länder zu spät gewarnt. Es gibt keine Vernetzung der Steuersysteme und der Steuerbehörden.“

Statt Bankraub – die Bank beraubt den Staat

Pech für alle, nicht nur für die Armen im Land. Oder sind die gar nicht so arm?

Links-Ikone Wagenknecht lobt Wirtschaftswunder-Kanzler Ludwig Erhard für seine Forderung „Wohlstand für alle.“ Perfekte CDU-Parole für die Linkspartei. Wagenknecht: „Jeder sollte in Wohlstand leben, von eigener Leistung und nicht davon abhängig, in welchem Haushalt er geboren ist.“

Wirtschaftspublizist Hank rüstet ab: „Hartz IV ist Ausdruck des Sozialstaats“. Der sorgt dafür, „dass wir niemand aus dem sozialen Netz fallen lassen. Keiner muss hungern. Aber es gibt selbst gewählte Armut. Menschen, die zu stolz sind, gehen nicht zum Sozialamt, nicht zur Tafel.“

16 Prozent der Deutschen gelten als arm. Hank rechnet vor: Eine Münchener Familie mit zwei Kindern bekommt 2.700 Euro im Monat. Das ist nicht Armut, aber „relative Armut“ windet er sich raus.

Der 17-jährige Jerimias Thiel weiß wirklich, was Armut und Verzweiflung für ein Kind bedeuten. Mutter spielsüchtig, Vater depressiv. „Ich habe Flaschen gesammelt, damit ich mir neue Schuhe kaufen kann.“ Er kann verstehen, „dass man sich schämt vor dem Amt“. Er hat sich freigekämpft.

Bekennt: „Ich habe meine Eltern immer noch lieb.“ Sein kranker Zwillingsbruder lebt noch bei den Eltern. Jeremias: „Das bricht mir das Herz.“

  • „Die Höhle der Löwen“

    Aufregung um diese Kaninchen-Züchter

    FAST wären Sven Arnold und Frau Sandra bei „Die Höhle der Löwen“ ohne Deal gegangen. Doch ein TV-Löwe machte sich für sie stark.

Die Armut wird zur Falle

Frage Maischberger: Würde mehr Hartz IV-Geld helfen? – Jeremias’ Vorschlag: Persönliche Unterstützung für Jugendliche in Hartz-IV-Familien würde was bringen. Seine bittere Wahrheit zum Thema „Fordern und Fördern“: Mehr Geld könnte bei einigen nur „das Gewicht fördern, weil sie ungesund essen.“

Die Moderatorin präsentiert eine 55-jährige Multijobberin: arbeitet in der Kita, als Altenpflegerin und als Babysitter. Hank fährt der Moderatorin in die Parade: Wer gegenwärtig am Arbeitsmarkt „einen Vollzeitjob haben will, wird ihn bekommen und davon leben können.“ Aber nicht an jedem Ort. Schwacher Trost für alle, die nicht ständig mit dem Umzugswagen durch das Land kutschieren wollen.

Wagenknecht fordert: „Anhebung des Mindestlohns auf zwölf Euro. Von 8.84 Euro kann man nicht leben.“

Die Gier der Dax-Vorstände

Maischberger rechnet: Postchef Appel verdient 232 mal mehr, als der Post-Mitarbeiter auf seinem Gehaltszettel hat. Wagenknecht: „Da sind Grenzen überschritten, die nicht mehr vermittelbar sind.“

Hank: „Die Manager ziehen ihre Eigentümer über den Tisch.“

Schlusswort von Jerimias: „Wenn der Chef der Post sich des Wertes der Arbeit eines Postboten nicht mehr bewusst ist, dann ist der Herr finanziell reich, aber an Mitgefühl ist er doch verdammt arm.“

Das war ein Talk der Kategorie: Wenig Neues, doch viel Wahrheit.

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