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Frankreich zeigt der Welt seinen „Iron Man“

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+++ Französischer Nationalfeiertag +++ Merkel feiert mit Macron in Paris bei Militärparade +++Proteste nach Feierlichkeiten+++

Quelle: AFP
0:58 Min.

Wahnsinn: Da düst doch glatt einer mit ’nem Luft-Skateboard über Paris!

Während Panzer und schweres Geschütz anlässlich der traditionellen Militärparade am 14. Juli durch Paris rollten, kam die Hauptattraktion in diesem Jahr definitiv aus der Luft: ein fliegender Mann, der wie aus einem Science-Fiction-Film entsprungen auf einer Platte und mit schwarzem Helm über die Köpfe der Zuschauer hinwegfegte. Mit der rechten Hand steuerte er sein futuristisches Gefährt, in der linken hielt er ein Gewehr.

Frankreich zeigt der Welt seinen „Iron Man“ – Monsieur Métal schwebt über den Champs-Elysées! Und zwar auf einer Flugscheibe namens „Flyboard Air“. Was für ein Live-Science-Fiction-Moment, mitten im Paris. Auch wenn der „Iron Man“ von Paris natürlich kein fiktiver Actionheld aus dem Marvel-Universal war, sondern ein Mensch aus Fleisch und Blut, ganz ohne Superkräfte.

Unter den erstaunten Zuschauern: Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron, Kanzlerin Angela Merkel und der scheidende EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker.

Ausgerüstet mit fünf Miniatur-Düsentriebwerken kann das futuristische Gefährt laut Herstellerangaben bis zu 140 km/h schnell werden, etwa sechs Minuten lang fliegen und dabei eine Höhe von bis zu 150 Metern erreichen. Tragkraft: um die 100 Kilogramm.

Neben akrobatischen Einlagen ist auch ein regloses Verharren in der Luft möglich.

Noch befindet sich das Flyboard aber in der Entwicklungsphase. Angestrebte Leistung: ein Tempo von 200 Stundenkilometern, eine Flugzeit von 30 Minuten sowie Flughöhen von 3000 Metern.

Entwickelt wurde es vom französischen Jetski-Rennfahrer Franky Zapata, der es während der Militärparade auch selbst flog. Der 40-Jährige ist Weltmeister im Jetski und betreibt inzwischen hauptberuflich seine Firma Zapata.

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Werbetour für die Wunderscheibe

Bereits im November hatte das Flyboard einen Auftritt bei einer vom französischen Verteidigungsministerium organisierten Konferenz in Paris, bei der es um Innovationen im Militärbereich ging. Dabei diente es als fliegende Plattform für einen Scharfschützen, der den Vorstoß von Kommandoeinheiten absicherte, die bei der Übung von Booten auf der Seine aus vordrangen.

Auch eine Vermarktung des Fluggeräts für Einsätze etwa im Rettungswesen oder in der Industrie ist vorgesehen. Für seine Erfindung rührt Zapata derzeit kräftig die Werbetrommel.

Beim Rennen der Formel 1 im französischen Le Castellet im Juni flog der Firmenchef öffentlichkeitswirksam den Siegerpokal ein. Am 25. Juli will er mit seinem Flyboard den Ärmelkanal zwischen Frankreich und Großbritannien überqueren. Das Wundergerät soll dafür zum ersten Mal überhaupt während des Flugs in der Luft betankt werden.

Frankreichs Präsident Macron wollte mit der Parade in diesem Jahr die militärische Schlagkraft Europas demonstrieren. Insgesamt marschierten rund 4300 Soldaten auf, ferner waren fast 200 Fahrzeuge, 237 Pferde, 69 Flugzeuge und 39 Hubschrauber zu sehen. Und eben Frankreichs „Iron Man“ …

Ausschreitungen nach Militärparade

Wenige Stunden nach der Militärparade bot sich auf den Champs-Élysées allerdings ein völlig anderes Bild: In der Nähe des Triumphbogens errichteten schwarz vermummte Demonstranten am Sonntag Barrikaden aus Absperrgittern und zündeten Mülleimer an, wie AFP-Reporter berichteten.

Als der Verkehr für die Prachtstraße wieder freigegeben wurde, versuchte einige Hundert Mitglieder der Gelbwesten-Bewegung, den Boulevard zu blockieren, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters. Zahlreiche Bereitschaftspolizisten waren auf dem Boulevard Champs-Elysées im Einsatz und setzen Tränengas gegen die Demonstranten ein.

Schon während der Parade war es zu Spannungen gekommen: Rund 40 Gelbwesten wollten sich gewaltsam Zugang zu den Champs-Elysées verschaffen, wurden aber von Sicherheitskräften abgedrängt, wie eine AFP-Reporterin berichtete. Während der Parade pfiffen und buhten weitere Demonstranten Präsident Emmanuel Macron aus.

Zwei prominente Vertreter wurden nach AFP-Informationen in Gewahrsam genommen. Insgesamt gab es nach Angaben der Sicherheitskräfte rund 150 vorläufige Festnahmen.

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