Politik

Briten müssen TausendeBeamte wieder abstellen

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Kostenpunkt: 1,7 Milliarden Euro!

Der No-Deal-Brexit ist abgewendet! Heute (13. April) hätten die Briten in einem Land aufwachen können, das nicht zur EU gehört. Doch keine 48 Stunden vorher einigten sich die EU-Spitzen in Brüssel auf eine Verlängerung der Brexit-Frist bis zum 31. Oktober.

Heißt für heute: KEINE Bilder von kilometerlangen Lastwagen-Staus an den Fährhäfen am Ärmelkanal, KEINE Nachrichtenberichte über wütende Demonstranten an der irisch-nordirischen Grenze, KEINE Versorgungsschwierigkeiten für Güter aus der EU.

Für Wirtschaft und Steuerzahler gibt es dennoch wenig zu lachen: Die britische Regierung hatte 6000 Beamte mit Vorbereitungen für einen chaotischen „No-Deal-Brexit“ beschäftigt. Die müssen jetzt wieder abgestellt werden.

  • Brexit-Aufschub

    Versauen uns die Briten die Europawahl?

    Der No-Deal-Brexit ist erst mal vom Tisch, die Frist verlängert. Nehmen die Brexit-Briten jetzt wirklich an der Europawahl teil?

  • Wie ein schwarzes Loch …

    Briten-Presse spottet über Brexit-Aufschub

    So zynisch – und lustig – reagiert die britische Presse auf den Brexit-Aufschub. Neuer Grusel-Termin: 31. Oktober – Halloween.

Einige kehrten an ihre vorherigen Arbeitsplätze zurück, aber für geschätzt 4500 von ihnen, die extra für den Grusel-Brexit eingestellt wurden, gibt es erst mal keine eindeutige Aufgabe.

Geschätzte Kosten für den Notfallplan mit dem Namen „Operation Yellowhammer“: 1,5 Milliarden Pfund – mehr als 1,7 Milliarden Euro.

Allein die Autobahnbehörde habe Kontrollbeamte für viel Geld in die Grafschaft Kent in den Süden des Landes abbestellt, ihnen dafür Hotels und Essen für insgesamt 66 000 Pfund pri Woche (ca. 76 500 Euro) zahlen müssen, schreibt der „Guardian“. Insgesamt arbeiten mehr als 16 000 Beamte am Brexit.

„Pure Boshaftigkeit“, regte sich Steve Baker über die Abbestellung der Beamten auf. Sie hätten „außergewöhnlich hart“ auf den No-Deal-Brexit zugearbeitet und damit „was besseres verdient“, twitterte der konservative Abgeordnete, der zu den Brexit-Hardlinern gehört.

„Wir brauchen Klarheit, wir brauchen etwas Sicherheit“, forderte im Frühstücksfernsehen der BBC der Chef eines Branchenverbands für den Güterverkehr auf der Straße, Richard Burnett.

Er hat Sorgenfalten auf der Stirn und trägt eine gelbe Warnweste. „Wir können so nicht planen.“

Unternehmer berichten, dass sie wegen des schwächelnden Pfunds schon jetzt viel mehr für Waren aus den Euroländern zahlen müssten, manche sehen ihre Existenz bedroht.

Die Handelsbeziehungen und alles, was politisch daran hängt, sind der zentrale Streitpunkt in den Verhandlungen zwischen der Regierung der Premierministerin Theresa May und der Opposition. Deren Anführer, Labour-Chef Jeremy Corbyn, will eine Zollunion mit der EU. Das wäre eine engere Bindung, als sie die große Mehrheit der Konservativen für richtig hält.

Solange aber kein Kompromiss steht, geht die Brexit-Hängepartie weiter. Doch die Briten behalten ihren Humor: Viele witzelten in dieser Woche angesichts der zum ersten Mal gelungen Aufnahmen eines Schwarzen Lochs, das alles in seiner Umgebung unwiederbringlich aufsaugt. So titelte etwa die Gratis-Zeitung „Metro“: „Wie der Brexit aus dem All aussieht“.

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