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Blut-Scheich erklärt Khashoggi-Affäre für beendet

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Auch fünf Monate, unzählige Untersuchungen und dutzende Thesen später ranken sich immer noch viele offene Fragen um den brutalen Mord am saudischen Regimekritiker Jamal Khashoggi (†59). Doch das scheint nicht für das saudische Königshaus zu gelten.

Blut-Scheich Mohammed bin Salman (MBS, 33) hat die Khashoggi-Affäre für beendet erklärt. Das berichtet die britische Tageszeitung „Daily Mail“.

Die Mörder von Jamal Khashoggi seien für die „abscheuliche Tat“ bestraft worden, heißt es von saudischer Seite. Beim Mord habe sich um einen „bedauerliches Unglück“ gehandelt.

Der Vorsitzende der saudischen Menschenrechtskommission, Bandar bin Mohammed Al-Aiban, erklärte gegenüber dem UN-Menschenrechtsrat, man sei entsetzt über die Tat, werde sich aber nicht an der internationalen Untersuchung beteiligen. Es handelt sich um interne saudische Vorgänge. Und diese sind nun offenbar beendet.

Wie die Täter bestraft wurden, ist genauso wenig bekannt wie deren Namen. Man werde diese auch nicht herausgeben, erklärte Al-Aiban. Sie seien aber nicht gefoltert worden.

Die Herausgabe hatte in der vergangenen Woche u.a. die Türkei gefordert.

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Derweil hat Interpol, auf Antrag der Türkei, einen Fahndungsaufruf zu 20 Verdächtigen herausgegeben, die am Horror-Mord beteiligt gewesen sein soll. Bereits am 1. März gab die internationale Polizeiorganisation diese sogenannten „Red Notice“ heraus, teilte das türkische Justizministerium mit.

Angaben zur Identität der gesuchten Verdächtigen machte die Behörde zunächst nicht. Es wird vermutet, das es sich aber um die mutmaßlichen Auftraggeber und Täter handelt.

Mit einer Red Notice werden die Polizei- und Justizbehörden der Interpol-Mitgliedsstaaten zur Festnahme von Verdächtigen aufgefordert – sie stellt aber keinen internationalen Haftbefehl dar.

Hintergrund

Am 2. Oktober war der „Washington Post“-Journalist und Regime-Kritiker Khashoggi in das saudische Konsulat in Istanbul gegangen. Dort wollte er Dokumente für seine bevorstehende Hochzeit abholen – heraus kam Kashoggi allerdings nicht mehr. In der Botschaft wartete ein 15-köpfiges Kommando, dass ihn brutal ermordete.

Erst unter internationalem Druck gab Riad nach wochenlangen Dementis zu, dass der Regierungskritiker bei einem missglückten Einsatz zu seiner Festnahme getötet worden sei. Internationale Beobachter zweifeln an dieser Erklärung.

Bis heute bleiben viele weitere Fragen offen: Unklar ist, wie genau er im Konsulat ermordet wurde, wer den Auftrag für den geplanten Horror-Mord erteilte (mutmaßlich Blut-Scheich MbS) und wo die Leiche des Regime-Kritikers verblieben ist.

Türkische Experten vermuten, dass die Leichenteile von Khashoggi in einem Tandur-Backofen im Garten der Privatresidenz des saudischen Konsuls über drei Tage verbrannt worden sei.

Die Vereinten Nationen beschuldigen das Saudi-Regime und MbS, für den Mord verantwortlich zu sein. UN-Sonderberichterstatterin Agnès Callamard sagt, sie habe Beweise gesammelt, wonach Khashoggi das Opfer einer„brutalen und vorsätzlichen Tötung“ geworden sei – „geplant und ausgeführt von Vertretern des saudiarabischen Staates.“ Der Mord verlange die „dringliche Aufmerksamkeit der internationalen Gemeinschaft, einschließlich der UNO“.

Ende Juni soll der Report der internationalen Untersuchung vorgelegt werden.

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